Kuratorium Theater, Tanz, Performance

Einführende Bemerkungen

zu den Empfehlungen der KuratorInnen Andrea Amort, Angela Heide und Jürgen Weishäupl für den Zeitraum September bis Dezember 2011 und den Jahreseinreichungen 2012
Stand: 20. April 2011

Von insgesamt 234 eingereichten Projekten (vier wurden zurückgezogen) empfehlen wir nach sorgfältiger Prüfung der Einreichunterlagen und damit verbundenen zahlreichen KünstlerInnen-Gesprächen in den letzten Wochen und Monaten 27 Projekte für den Förderzeitraum September bis Dezember 2011 sowie 12 Jahreseinreichungen für 2012 zur Förderung durch die Kulturabteilung der Stadt Wien/MA 7.


Weiblich, Jung und Alt, MigrantIn 
So könnte der Steckbrief lauten, wollten wir KuratorInnen knapp unsere Empfehlungen aus der Projektförderung für den Herbst 2011 beschreiben.

Wir freuen uns, auffallend viele spannende Projekte für Neuproduktionen vorliegen zu haben und stellen fest, dass beim aktuellen Fördervorgang vor allem im Bereich Theater für junges Publikum mehr als 20 - inhaltlich, formal, dramaturgisch - zeitgenössisch relevante Vorhaben eingegangen sind. Aus der großen Bandbreite empfehlen wir für den Herbst 2011 sieben Projekte, von denen fünf Projekte von Regisseurinnen realisiert werden, darunter das Musiktheatrprojekt MOMO von Sara Ostertag (Regie) mit dem Komponisten Hannes Dufek (Musik) in Kooperation mit dem Festival wien modern, ein Theaterprojekt über Straßenkinder in Wien der Regisseurin Alev Irmak (Es war einmal das Kind ...), ein Improvisationstheater-Projekt mit migrantischen Jugendlichen in den Außenbezirken Wiens von Georg Schubert (Teams für Wien: Integrationsliga), ein Projekt des frei arbeitenden Grandseigneurs des Objekttheaters und Wien-Inspirateurs Peter Ketturkat und ein Projekt zum Thema Arbeit der Gruppe katinka rund um Ina Theißen (Die faule Prinzessin). Ebenfalls empfohlen wurde das Projekt von Ein Gespenst namens Zukunft der jungen Wiener Nachwuchsregisseurin Valerie Kattenfeld, die mit ihrem Konzept bereits Siegerin des Jungwild-Wettbewerbs 2011 wurde.

Der anhaltend frei und selbstständig produzierenden Grande Dame des freien feministischen Theaters, Marie-Therèse Escribano, die heuer ihren 85. Geburtstag feiert, gilt eine Förderempfehlung für ihr neues Programm Ich bin ein Vorbild.

NS-Geschichte zum Thema hat ein Projekt des Frauen-Teams der Gruppe Romano Svato rund um Simonida Jovanovic (Autorin), Tanja Witzmann (Regie) und Sandra Selimovic (Schauspiel), das die Verfolgung des Sinto-Profiboxers Rukeli aufarbeitet.

In den Bereichen Tanz, Performance und Schauspiel sind einerseits weiterhin Tendenzen zu kollaborativem und transdisziplinärem Arbeiten auszumachen, aber auch zunehmende Vernetzungstätigkeit mit nationalen und internationalen KoproduktionspartnerInnen. Dazu zählen etwa die Projekte des jungen Tänzers und Choreografen Simon Mayer (u. a. in Kooperation mit Belgien) und Gin/i Müllers ausführliche interdisziplinäre Auseinandersetzung zu Telenovelas und queere Revolutionärinnen (u. a. in Kooperation mit Mexiko) in Form von Labor-Tagen im Herbst 2011 und einem daran anschließenden Jahresprojekt im Jahr 2012.

Wir begleiten außerdem Projekte im Bereich Figurentheater (u. a. das Festival dreizurdritten und das neueste Projekte des jungen, vielbeachteten österreichischen Figurenspielers Nikolaus Habjan) und den Aufbau eines internationalen Performance-Netzwerks von Otmar Wagner und Noah Holtwiesche mit Sitz in Wien (PAN).

Schnittstellen, Reihen, Projekte im Stadtraum Wien
Bei den 12 empfohlenen Jahreseinreichungen dominieren bei den Einreichungen weiterhin die Bereiche Tanz und Performance an unterschiedlichen ästhetischen Schnittstellen wie etwa bildende Kunst und Kunst im öffentlichen Raum Wien (BU!, Cabula6, Chimera) mit neun Empfehlungen. Zwei Empfehlungen gehen an Projekte mit Schwerpunkt Sprechtheater (iffland und söhne, Gin/i Müller), eine an das freie Wiener Musiktheater L.E.O.

Zum Schluss ein Abschied
Nach 30 Jahren intensiver, viel beachteter und impulsgebender Tanztheater- und Aufbautätigkeit verabschiedet sich das Ensemble Homunculus unter der Leitung von Manfred Aichinger und Nikolaus Selimov mit einem Abschiedsprojekt im Herbst 2011.


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